Pan Am Lounge Berlin | Pan Am Lounge History
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Pan Am Lounge History

A place closely connected to the history of West Berlin

 

In den 1950er Jahren sind die Pan American World Airways mittlerweile die unumstrittene Nummer 1 am Himmel. Ihre Flugzeuge fliegen um die ganze Welt. Anfang der 60er Jahre hat die Airline bereits mehr als 100.000 Transatlantikflüge absolviert. An Bord immer die hochmotivierte und gut ausgebildete Crew. Die Welt wird mehr und mehr zu ihrem zuhause und das Bedürfnis nach internationalen Unterkünften für die Pan Am Mitarbeiter steigt.

Im Berlin der Nachkriegsjahre haben die Aufräumarbeiten begonnen. Auch für den Breitscheidplatz im Westteil Berlins gibt es Pläne. Rund um die Gedächtniskirche als Denkmal der Kriegsgräuel soll ein neues Zentrum entstehen, das für einen neuen Optimismus und Wachstum steht. In nicht einmal zwei Jahren wird das Europa-Center mitsamt einem Einkaufsparadies, Hochhäusern und weiteren Wohngebäuden errichtet. Benannt nach seinem Architekten, dem Unternehmer Karl Heinz Pepper. „Pepper's Manhatten“ hat eine klare Botschaft in Richtung Osten: The West is the best! Die Rechnung geht auf, schnell wird der neue Ort zu einem florierenden Zentrum im Westteil der Stadt.

Teil des Plans ist das Grundstück Budapester Straße 43. Hier stehen die Überreste einer einstigen High Society Adresse, das Hotel Eden. Im Vorkriegs-Berlin gaben sich hier Stars, Schriftsteller und Künstler wie Marlene Dietrich, Heinrich Mann, Bertold Brecht oder Otto Dix die Klinke in die Hand. Zu historischer Berühmtheit gelang es aber auch als der Ort, der die kommunistischen Anführer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht vor ihrer Ermordung beherbergte.<br /> Auf dem Grundstück soll jetzt ein modernes Hochhaus entstehen, benannt nach seinem Vorgänger, dem Eden Hotel.

In the right place at the right time

Die rasante Entwicklung des Berliner Westens entgeht natürlich auch den Pan American Airways nicht und mit ihren guten Kontakten sichert sich die Fluglinie noch vor Baubeginn das gesamte Gebäude in der Budapester Straße 43. In Zeiten des Kalten Krieges und nach dem Bau der Berliner Mauer soll hier eine der repräsentativen Zentralen der Airline in Europa entstehen. 1966 kann die Pan Am die Räumlichkeiten seiner zunächst informellen Adresse beziehen. Im 10. Stock des Edenhochhauses entsteht ein Penthouse – die legendäre Pan Am Lounge. Als Ort der Entspannung und Zerstreuung für die Mitarbeiter der Airline. Doch dabei bleibt es nicht. Die Nachricht von dem besonderen Ort verbreitet sich schnell und die Pan Am Lounge wird zum neuen geheimen Hot Spot im Westen der geteilten Stadt.

Auch der beliebte AFN Radio-Dj Mark White wird zu einem regelmäßigen Gast in der Lounge, er bezieht sogar eine Wohnung im Edenhaus. Ob für einen letzten Drink oder mit einer Reihe von Berühmtheiten wie Gregory Peck, Louis Armstrong, Kirk Douglas, Soraya oder Marlene Dietrich im Gepäck, White ist immer ein gern gesehener Gast.

Gleiches gilt für Willy Brandt, der es sich während seiner Besuche in der Lounge gerne mit Zigarre und Brandy im Kaminzimmer gemütlich macht. Legendär sind seine gemeinsamen Treffen mit dem Architekten des deutschen Wirtschaftswunders – Ludwig Erhard. Es wird gemunkelt, dass an solchen Abenden per Handschlag und über Parteigrenzen hinweg die Vision von Berlin als alte und neue Hauptstadt besiegelt wurden.

History takes its course ….

Der Zusammenbruch der Sowjetunion Mitte der 1980er Jahre läutet auch das Ende der kommunistischen Staatsführung der DDR ein. Es folgt der Fall der Mauer am 9. November 1989. Auch in Berlin sind die Menschen wieder frei und die Stadt ist nach mehr als drei Jahrzehnten wieder vereint. Im 10. Stock des Edenhauses stößt man an diesem Abend feierlich auf das historische Ereignis an. Als die Pan American Airways im Jahre 1991 Insolvenz anmelden muss, fällt die Lounge der ehemaligen Airline zusammen mit der City West für lange Zeit in den Dornröschenschlaf.

The renaissance of a one-of-a-kind place

Als die Schauspielerin Natascha Bonnermann viele Jahre später mehr durch Zufall in den Räumlichkeiten der ehemaligen Pan Am Lounge steht, ist sie wie vom Donner gerührt. Alles ist noch in orignalem Zustand. Kein Aschenbecher wurde verrückt. Als wäre die Zeit stehengeblieben, ist es als befände man sich auf einmal in einem James Bond Film der 60er Jahre. Der Geist des Optimismus, der einmal dazu diente, Geschichte zu gestalten, ist noch immer greifbar. Sie entschließt sich, der Lounge der ehemaligen Pan American Airways wieder neues Leben einzuhauchen. Eine Entscheidung genau zur richtigen Zeit. Nach dem Mauerfall erlebte zunächst der Osten seine Auferstehung. Jetzt begannen sich die Menschen wieder an den Westen zu erinnern. Mit dem Bewusstsein für die historische Dimension dieses Ortes und viel Liebe zum Detail lässt sie die Räumlichkeiten Lounge behutsam renovieren. Und so bleibt die einstige Adresse für rauschende Feste auch weiterhin ihrer Bestimmung treu.